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Bereitschaft SanZug |
Hochwasser Dresden 2002 |
| Hochwassereinsatz in Dresden |
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Durch die extremen Niederschläge in Mitteleuropa floss eine Flutwelle ungeheuren Ausmasses
die Elbe flussabwärts.Am 12.08.2002 wurde für die Stadt Dresden der K-Alarm ausgelöst. Da durch die Flut etliche Bewohner evakuiert werden mussten (bis zu 100.000 Personen), wurde durch den Stab HVB der Stadt Dresden überregionale Hilfe angefordert. Am 15.08., 03:00 Uhr, erreichte uns dieser Notruf. Binnen 2 Stunden waren aus der Bereitschaft SanZug 15 Helfer mit 4 Fahrzeugen (ELW und VerpflFz sowie RTW und MTW der SEG Parsberg) in Richtung Sachsen unterwegs.
Im Bereich der RLST Hof wurden wir mit den anderen ca. 1900 Helfern und 600 Fahrzeugen
aus Bayern zu einem Konvoi zusammengefasst, der sich nach Dresden aufmachte.
Dort angekommen, wurde der Bereitstellungsraum neben dem Globus-Baumarkt beim Flughafen Dresden
bezogen.Nach mehreren Stunden des Wartens, während durch andere bayerische Kollegen bereits umfangreiche Evakuierungsaktionen durchgeführt wurden, bekamen wir den Auftrag, uns um ein Altenheim des DRK in Dresden zu kümmern. Als wir dort ankamen, stellte es sich allerdings heraus, dass das "Altenheim" in Wahrheit der DRK-Kreisverband Dresden war. Nichtsdestotrotz blieben wir beim Dresdener Roten kreuz und versuchten, uns auf dem Hof des Kreisverbandes häuslich einzurichten. Allerdings erreichte uns gegen 22:00 Uhr eine dringende Nachricht: "Das Wasser kommt !!!". Da ein Flutkanal voll lief, bestand die akute Gefahr, dass der DRK-KV Dresden überflutet werden würde. Also packten wir unser Hab und Gut notfallmäßig zusammen (ein Zelt SG 30 und 14 Feldbetten in unter 7 Minuten!) und verschwanden so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone. Als wir schliesslich mit der Dresdener Mannschaft wieder zusammentrafen, waren wir am Städtischen Heidefriedhof, wo wir unser Lager für die nächste Woche einrichteten.
Am Freitag, den 16.08., wurde die Mannschaft durch weitere 6 Helfer verstärkt, die mit
dem ATrKW und einem Privat-PKW weiteres dringend benötigtes Material nach Dresden brachten.Unser gemeinsames Lager bestand am Ende aus neun Zelten (fünf zum Schlafen, je eins für die Küche, als Aufenthaltsraum, als Lager und zur sanitätsdienstlichen Absicherung der Einsatzkräfte), der Einsatzleitung (ELW2 mit Vorzelt), dem Parkplatz für die Einsatzfahrzeuge und den Sanitäreinrichtungen im Betriebsgebäude des Friedhofs. Während der nächsten Woche leisteten die Helfer des DRK Dresden ein riesiges Arbeitspensum. Sie hatten nicht nur Lotsen für die Fremdfahrzeuge zu stellen (erst als Konvoi-Lotsen, dann als Einzel-Lotsen), sondern auch als Einsatz-Reserve bereitzustehen sowie am Ende der Woche bei den Rückführungen der Evakuierten mitzuhelfen, und das 24 Stunden am Tag (natürlich in zwei Schichten). Wir halfen ihnen, indem wir sie logistisch und fernmeldetechnisch unterstützten und mit unserer Küche für die Verpflegung sorgten. Unsere Mannschaft wurde dabei im Rhythmus Woche/Wochenende durchgetauscht. Für die eingesetzten Kräfte waren unter anderem eine Psychologie-Studentin zur psychischen Betreuung und eine Physiotherapeutin zur Regeneration. Beide hatten sich übrigens freiwillig für diese Aufgaben gemeldet. Die ganze Bevölkerung Dresdens war genauso hilfsbereit und unterstützte die Rettungskräfte in unbeschreiblicher Weise.
Die ganze Zeit über wurde das Verhältnis zwischen unseren Helfern und den aus Dresden
immer besser. Kleine Frotzeleien (Ich sag nur Bayern-Fahne und Sachsen-Fahne!) führten schliesslich zu einem
Wettbewerb im Zeltbau. So trat die Siegergruppe im Rotkreuzwettbewerb in Sachsen gegen
eine schnell zusammengewürfelte Mannschaft unserer Bereitschaft an. Über das Ergebnis
ist eigentlich nicht viel zu sagen: SIEG für Bayern (3:42 Min) über Sachsen (4:46 Min)!
Der Einsatz der DRK-Bereitschaft Dresden wurde auf Anordnung der TEL am 23.08. beendet.Unsere Küche war bis 17.08. in Dresden im Einsatz. Die letzten Aufträge lauteten, die am Fritz-Löffler-Gymnasium in der "Rettungswache Bayern" stationierten bayerischen Fahrzeuge zu verpflegen und am Rettungsdienst in Dresden teilzunehmen. |